„Classica Rallye Team“ bei der Rallye Monte Carlo Historique!

Autor: Text: Mike Höll Photos: Classica von RMCH


Die Eckdaten bedeuten ein Abenteuer für Benzinbrüder. 4.500 km in acht Tagen inklusive An- und Abreise. Die Rallye selbst geht über 2.534 km, mit satten 432 km Sonderprüfung. Man muss schon viel Benzin im Blut haben, um sich das anzutun und auch noch Freude dabei empfinden.

Am Donnerstag, dem 30. Jänner rückten sechs Unerschrockene aus, um Monte Carlo zu erobern. 


 
Monte-Novize Christian Deutschbauer setzte sich mit Gerald Hegenbart, einem Staatsmeister-Copilot, in seinen neu aufgebauten Rallye Datsun 240Z. Das Team Reinhard Moser und Classica Chef Mike Höll verfügen beide über Rallyeerfahrung, sind aber noch nie gemeinsam bei der Monte angetreten. Für den treuen Moser 911er war es schon die sechste Monte-Teilnahme. Das Classica-Serviceteam bestand aus den beiden Chefs des Motor-Veteranen-Clubs Salzburg, Gerhard Feichtinger und Micky Hölzl. 

Als Startort wurde Mailand auserkoren. Alternativ wurde auch noch in Glasgow, Barcelona, Athen, Bad Homburg, Reims und Monaco gestartet. Die Rallye Monte Carlo Historique ist immer noch eine Sternfahrt, die an mehreren Orten gestartet wird. Nach der Anfahrt treffen alle Teilnehmer dann im französischen Valence ein. In Mailand wurde am Freitag um 18.00 Uhr direkt vor dem berühmten Dom gestartet. Die Anfahrt nach Valence erwies sich allerdings als sehr anstrengend. 1.073 km Landstraße in 26 Stunden bedeutet kein Schlaf in der ersten Nacht. Das fährt den älteren Herren gleich mal richtig in die Knochen. Essen, duschen und endlich schlafen. 

Am Sonntag warteten die langen Sonderprüfungen in der Ardeche. „La Croze“ mit 57 km und „Bruzet“ mit 49 km bedeuten schon mal jeweils über eine Stunde volle Action. Auch wenn die Rallye Monte Carlo Historique offiziell nach Gleichmäßigkeit gefahren wird, fahren doch die meisten Teilnehmer mit Rallye-Schrieb und man muss stellenweise richtig fest andrücken. Die fahrerische Komponente ist hier sicher viel, viel wichtiger, als bei anderen Rallyes. Die Ardeche ist landschaftlich wunderschön, spärlich bewohnt und auch für französische Verhältnisse etwas abgelegen. Nach ca. 400 km und zehn Stunden Fahrzeit erreicht das Feld wieder Valence. Hier findet bei der Einfahrt in das Fahrerlager ein „regrouping“ statt. Es wird nach den Ergebnissen der ersten drei Sonderprüfungen neu gereiht und die Überraschung und Freude im Classica-Team war grenzenlos. Deutschbauer/Hegenbart auf Rang 14, Moser/Höll auf Rang 23. So weit vorne war das Team noch nie. Plötzlich war man mitten unten den Großen dieses Sports. Der unangenehme Nebeneffekt dieses Erfolgs hieß, früher aufstehen. Startzeit Montag 6.30 Uhr und am Dienstag gar 5.30 Uhr. Der Montag führt durch das Departement Drôme über knapp 500 km und elf Stunden Fahrzeit. Der berüchtigte „Eiskanal“ Echarasson war heuer leider komplett trocken. Atemberaubend ist aber immer wieder der Col de Rousset mit seinen vielen Kehren und dem sensationellen Ausblick, den man heuer bergab und bergauf fahren durfte.

Der Dienstag führt das Feld dann nach Monte Carlo. Nach einer Etappe über 432 km mit drei Sonderprüfungen erreicht man stolz den Hafen von Monte Carlo und bezieht das gleiche Fahrerlager wie die Formel 1. Die paar Stunden Pause bis zum Re-Start um 21.00 Uhr wurden dankend angenommen. Die Veranstalter gönnten den Teilnehmern diese Pause aber nicht, da sie die Strecke für die „Nacht der langen Messer“ kurzfristig änderten. Jetzt waren die Beifahrer gefordert, die richtige Route herauszusuchen, bekommt man als Streckeninformation nur die Straßennummern als Information. Also Karte raus und Route suchen.

Gut gerüstet geht es dann in die berüchtigte „Nacht der langen Messer“. In der WRC gibt es diese Nachtetappe ja leider nicht mehr. Bei den Historischen wirbeln diese beiden Sonderprüfungen aber das Ergebnis noch einmal komplett herum. Die 14. SP entscheidet die Rallye noch einmal, weil sie derart kurvig ist, dass man meistens Sekunden hinter seiner Sollzeit herhinkt. Nur Walter Röhrl hat hier gute Werte herausgefahren. Gott sei Dank sieht man in der Nacht nicht, wie weit es da runter geht, sollte einem die Strecke ausgehen. Um 2 Uhr früh sind dann alle Teammitglieder, vollgepumpt mit Adrenalin, wieder gut erhalten im Hafen von Monte Carlo eingetroffen. Das Team Moser/Höll konnte die gute Platzierung halten und wurde 25. in der Gesamtwertung. Das schnelle Team im schnellen Datsun fuhr teilweise sensationelle Sonderprüfungszeiten, wurde aber leider durch einen Plattfuß in der vorletzten SP gebremst und fiel auf den Rang 128 zurück. Schade, denn ohne Probleme wäre ein Platz unter den Top 15 möglich gewesen. Geblieben sind acht anstrengende, aber megageile Tage, in denen wir uns die Seele aus dem Leib gefahren haben. Wir kommen sicher wieder!

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