Als der Trabant neue Wege suchte
Autor: August Horch Museum / Fotos: André Meyer
P 602 V nach dreijähriger Restaurierung fertiggestellt
Nach einer dreijährigen Restaurierungsphase ist ein außergewöhnliches Fahrzeug der Zwickauer Automobilgeschichte wiederhergestellt: Der Trabant P 602 V mit dem Wankelmotor KKM 400 – ein Funktionsmuster des VEB Sachsenring aus dem Jahr 1966. Er konnte zum heutigen Tage – dem 124. Geburtstages von Felix Wankel – fertiggestellt werden.


Der P 602 V unterscheidet sich bereits äußerlich vom bekannten Trabant. Seine Vollheckkarosserie verfügt über einen um rund 30 Zentimeter verlängerten Radstand. Entstanden ist das Fahrzeug ursprünglich im Rahmen von Entwicklungsarbeiten, bei denen zwei zentrale Fragen im Mittelpunkt standen: die Modernisierung der Trabantkarosserie und die Erprobung verschiedener Kreiskolbenmotoren, landläufig nach seinem Erfinder Wankelmotoren genannt.


Im Oktober 1966 wurde der P 602 V zu Erprobungszwecken für den Straßenverkehr zugelassen und später durch verschiedene Besitzer wieder auf einen seriennahen Zustand zurückgebaut. Derzeit befindet sich das Fahrzeug im Besitz einer privaten Leihgeberin, die es dem August Horch Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Im Rahmen der Restaurierung wurde das Fahrzeug in einen Zustand versetzt, der seine historische Besonderheit wieder nachvollziehbar macht. Verschiedene Teile des Fahrzeugs stammen aus dem Bestand des August Horch Museums, darunter der Wankelmotor KKM 400, die Sitze, Fahrschemel und diverse Kleinteile, wie etwa das Lenkrad und die Türgriffe.


Passend zum Jubiläum „60 Jahre Trabant mit Wankelmotor“ wird der P 602 V ab dem 1. Oktober 2026 gemeinsam mit dem Wankeltrabant „Felix“ aus dem Bestand des Internationalen Trabantregisters im Rahmen der Sonderausstellung „2 Konzepte – 1 Jubiläum. – 60 Jahre Trabant mit Wankelmotor“ präsentiert. Die Ausstellung ist bis zum 27. Juni 2027 zu sehen.

