Der Nürburgring - Die 24 - Stunden

Autor: Erich & Claudia Hein


Rennen, Kämpfen, Siegen

Genial, einfach nur genial waren die vier Tage vom 18. Bis 21. Mai unterhalb der Nürburg am historischen Nürburgring. Die Freude am Motorsport, sei es nun in der Old- und Youngtimer-Szene oder im aktuellen Motorsport, sie ist trotz aktueller Klimakrise und nicht endende Debatten hinsichtlich  Wärmepumpe ungebrochen.

Die 51. Auflage des anspruchsvollsten Rennens auf der schwierigsten und gleichzeitig schönsten Rennstrecke der Welt wird garantiert in die Geschichte dieses Langstrecken–Klassikers eingehen. Zuschauerrekord, man zählte rund 235 000 Zuschauer, proppenvolle Campingplätze, tolles Frühlingswetter, diesmal ohne Regen und Hagel und nicht zuletzt einen der emotionalsten Siege in mehr als einem halben Jahrhundert auf dem Nürburgring, machte das Motorsportspektakel zu einem unvergesslichem Ereignis.

Unvergesslich ja, aber auch beim 24h Rennen nehmen Veränderungen im  Renngeschehen immer mehr zu. Waren es Anfang der 1970er Jahre die hartgesotten Amateure die mit etwa 200 Fahrzeuge an der Starlinie standen um ihre Ausdauer und  Fahrkönnen zu zelebrierten, so zählte man in diesem Jahr gerade einmal 136 Teams mit Vollprofis am Steuer, die mit mehr als 30 hochgerüstete GT3-Boliden der renommiertesten Marken fast ein Viertel des gesamten Starterfeld ausmachten. Die sogenannten Amateure wurden und werden immer weiter in den Hintergrund rücken, denn ihnen fehlt schlichtweg das nötige Geld um mit den „Großen“ mithalten zu können. Serienmäßige Tourenwagen sind in den letzten Jahren bereits erschreckend geschrumpft.

So ist es kaum verwunderlich, dass nach 162 Runden und 4.085,858 km ein Ferrari  über die Zielgerade fegte. Es war eine Doppel-Premiere; zum ersten Mal siegte das Team Frikadelli-Racing (bitte nicht verwechseln mit der Frikadelle) von Klaus Abbelen die in Barweiler in der Nähe des Nürburgrings beheimatet sind und der erste Triumph für die italienische Kultmarke Ferrari. Dieser 296 GT3  hatte die Führung nach einer turbulenten Anfangsphase übernommen um diese bis ins Ziel nicht mehr abzugeben. Nach 24 gefahren Stunden war es der Brite David Pittard, der den Ferrari 296 GT3  über das Ziellinie scheuchte. Gemeinsam mit Earl Bamber, Nick Catsburg und Felipe Fernandes Laser stellte Pittard mit ihrem Ferrari einen Distanzrekord am Ring auf. Den noch nie seit dem ersten Rennen 1970 musste ein Siegerteam 162 Runden zurücklegen. Endlich konnte auch Ferrari im Siegestaumel schwelgen, hatte man es doch schon oft mit unterschiedlichen Team-Konstellationen  versucht und war immer wieder gescheitert. 26,911 Sekunden später hatte auch  der Rowe-BMW M4 GT3 mit Marco Wittmann, Sheldon van der Linde, Dries Vanthoor und Maxime Martin das Ziel als Zweiter erreicht.

Nicht nur das eigentliche Rennen auch das hochklassige Rahmenprogramm war erste „Sahne“.  Auf dem GP-Kurs und der Nordschleife, der „Grünen Hölle“ herrschte schon seit Donnerstag reger Rennbetrieb. 24h-Starter, Tourenwagen-Legenden, Cup- und Tourenwagen-Trophy und die „Historischen“ drehten ihre Quali-Runden. Die Stimmung unter den Piloten, beinah euphorisch auch wenn ein Boxenstopp bei dem ein oder anderen Grillstand mit Würstchen und Bier nicht in den Zeitrahmen passte.

Sollten sie jetzt denken, die 24h Claasics seien nur Beiwerk für das Event des Jahres, haben sie sich aber so was von getäuscht. Über 200 Fahrzeuge tummelten sich auf der Strecke des Rings. Die Teilnehmer der Youngtimer Trophy bildeten die 1 und 2 Startgruppe, Startgruppe drei bildete der von der FHR ausgerichtet Dunlop Historic Endurance Cup (HEC). Beim Start erwischte der Pole-Setter Olaf Manthey im Schumann BMW 635 CSI 508 keinen optimalen Start und hatte nach einigen Runden ein Porsche Trio, Ralf Schall im Mercedes und einem Morgan Plus 8 vor sich. Olaf Manthey konnte jedoch nach 20 Minuten wieder in die führende Position kommen. Zwar blieb das Spitzelfeld, durch einige Gelbphasen lange zusammen. Hinter dem Gruppe 5 BMW hatte sich zunächst der 517 Porsche 964 Cup von Rudolph/Hammel etabliert, ab Platz 3 lieferten sich die Griesmann Brüder im 502 Porsche sehenswerte Positionskämpfe mit dem 112 Porsche 911 RSR der Mittelmotor GmbH und dem spektakulären Morgan Plus 8.Mit Beginn der Boxenstopp-Phase mischte sich das Fahrerfeld mehrfach neu, da einige Fahrer nur einmal stoppten, andere jedoch die Zwei-Stopp-Strategie bevorzugten. Dieses Prozedere brachte die Griesmann Brüder Björn und Jörg in Führung, gefolgt von Vorjahressieger Ralf Schall im Mercedes Benz 190 E2,5-16 und dem Porsche 911 964  Cup von Jürgen Rudolpf und Heiko Hammel. Am Ende sicherten sich die Griesmanns mit ihrem Porsche den Sieg, gefolgt von Rolf Schall in seinem Mercedes, der sogar im letzten Umlauf noch die schnellste Runde des Rennens fuhr. Den Podiumsplatz 3 sicherten sich Oliver Boyke und Ruben Zeltner auf Porsche 911 RSR IMSA.


 

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