Festival of Speed 2026 - „The Rivals – Epic Racing Duels“
Autor: Claudia und Erich Hein
Ein geniales Wochenende stand den Besuchern bevor, die sich bei Temperaturen um die 30 Grad vom 9. Bis 12. Juli auf den Weg nach Goodwood zum Festival of Speed machten.
Gestartet vor 15 Jahren als sogenannte Gartenparty wurde das Festival im Laufe der Jahre ein würdiger Nachfolger einer Openair-Version von internationaler Bedeutung, vermutlich das wichtigste Automobilereignis Europas seit dem Niedergang großer Automessen. Das diesjähriges Motto lautete: „The Rivals – Epic Racing Duels“ gewidmet großer Rivalitäten der Motorsportgeschichte - von Senna gegen Prost bis Ferrari gegen Ford. I
Im gepflegten Schlossgarten gibt es keine elitäre Ruhe, denn hier starten die Rennwagen durch die Schlossallee. Nicht einmal zwei Kilometer lang ist der legendäre „Hillclimb“ vom Start bis zum Ziel. Gesäumt von tausenden Zuschauern führt die Strecke am Goodwood House vorbei, die mit ihrer scharfen Kurve volle Konzentration erfordert und danach extrem steil durch einen schmalen Strohballenkanal ins Ziel führt.

Ein ewiges Muss des Festivals ist die rund 30 Meter hohe Zentralskulptur von Gerry Judah vor Goodwood House. Jedes Jahr neu bestückt, genial und imposant. Dieses Jahr; eine Hommage an den kalifornischen Porsche Spezialisten Singer mit seiner Neuinterpretation des 911ers.
Vormittag ist stets die beste Zeit, die Boliden in Augenschein zu nehmen und den Mechanikern über die Schulter zu blicken, die ihre ihnen anvertrauten Exponate einsatzfähig vorbereiten. Die Grand Prix-Boliden sind der Publikumsliebling schlechthin. Aber auch abseits der Königsklasse des Motorsports gibt es viel zu entdecken.
Seit Jahren ist das Festival ist das größte temporäre Messegelände seiner Zeit. Auf der weitläufigen Rasenfläche von Goodwood-House tummeln sich die Pavillons und Messehallen der Autohersteller.

„Für uns ist Goodwood eine besondere Bühne, um unsere Sportwagen einem internationalen Publikum zu präsentieren und den direkten Austausch mit der Community zu Pflegen“, ließ Alexander Fabig von Porsche am Stand der dreistöckigen Porsche-Oase vermelden.
Gefühlt jedes Jahr größer und spektakulärer die Aktionen der Hersteller. Audi diesmal dreistöckig und klimafreundlich gekühlt. Das BYD-Gebäude der Chinesen schon als riesig zu bezeichnen. Bei der Premiere der Nobelmarke Denza fehlte es zwar an der passenden Performance, aber keine Sorge, spätestens nächstes Jahr haben die Chinesen auch das im Griff.

Am nahegelegenen Offroad-Hügel konnten riesige Staubwolken gesichtet werden. Diese resultieren aus einer eigens angelegten Strecke für geländegängige Fahrzeuge mit riesigen Federwegen in Kanälen, Steilkurven, Steigungen und Schanzen wurde. Dort drehte man Runde um Runde im Dreck und Staub. Im Hintergrund eine vollständige ausgebaute Musikbühne mit Bigscreen mit diversen Motorrad – Vorführungen.
Zu einem absoluten Höhepunkt gehörte dieses Jahr eine ganz besondere Sonderausstellung – der legendäre Lamborghini Miura - dessen zeitloses Design die reine Ära der Supersportwagen verkörpert noch bevor die moderne Elektronik die Fahrleistungen bestimmte. Im Rahmen des Schönheitswettbewerbs Cartier Style et Luxe, den bereits der Duke of York, kurz Prinz Andrew, besuchte, buhlten gleich mehrere dieser seltenen Mittelmotor – Sportwagen um die Gust der Jury. Seit sechzig Jahren sind sie präsent - aber wer war nochmal Prinz Andrew???
Topstar auf Goodwood `s diesjährigen Promi-Liste war eindeutig der amtierende Weltmeister im Formel-1-Geschehen Lando Norris. Norris pilotierte den MCL-HY bei seinem öffentlichen Debüt noch bevor das Hypercar nächstes Jahr bei den 24h von Le-Mans an den Start geht. Das gibt es wirklich nur in Goodwood.
