Ju52 D-AQUI wird künftig in Frankfurt ausgestellt

Autor: Jürgen SCHELLING


Die legendäre Ju52 D-AQUI verlässt ihren Noch-Ruhesitz im deutschen Paderborn und geht per Lkw auf den Weg nach Frankfurt. Hier kommt sie ins neu entstehende Lufthansa Besucherzentrum am Flughafen.

Sie ist wohl das einzige Flugzeug der Welt, das selbst von Luftfahrt-Laien an ihrem Motorengeräusch erkannt wurde: die deutsche Junkers Ju52 “D-AQUI” der Lufthansa Berlin Stiftung. Seit 1986 flog sie viele zehntausend Rundfluggäste über Deutschland. Auch in Österreich war die Dreimotorige mehrmals zu Besuch. 2019 dann der Schock für Aviatikfreunde: Lufthansa gab bekannt, dass die Maschine nicht mehr fliegen wird. Sie werde künftig aber der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 2024 ist klar, wo das sein wird: Im neu entstehenden Besucher- und Konferenzzentrum der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. Im kommenden Jahr soll sie dort zum Jubiläum “100 Jahre Lufthansa” ausgestellt werden. Die Ju52 ist dann neben der ebenfalls restaurierten Lockheed “Super Star/Starliner” aus der legendären Constellation-Baureihe die Hauptattraktion.

Bis August war allerdings der Flughafen Paderborn und der dortige “Quax”-Verein von Luftfahrtoldtimer-Enthusiasten die zeitweilige Ruhestätte der D-AQUI. Nun wird die Ju52 aber erneut demontiert. Rumpf und Tragflächen werden dabei auf mehrere Tieflader verteilt und gehen noch im Hochsommer auf den Weg nach Frankfurt.

Vor dem Umzug nach Paderborn war der Oldtimer bereits einige Monate fluguntüchtig am Flughafen München gestanden, weil eine Motoraufhängung defekt war und diese Reparatur nicht in der bayerischen Landeshauptstadt vorgenommen werden konnte. Anschliessend wurde die Ju52 zunächst in ihren früheren Heimathangar nach Hamburg-Fuhlsbüttel transportiert, später nach Paderborn.

Bereits ab der Mitte der Flugsaison 2015 war die Maschine für längere Zeit wegen eines Mittelholmbruchs an den Boden gefesselt gewesen. Dieser musste aufwändig repariert werden. 2018 flog der 83 Jahre alte Oldie dann wieder, der bis 2020 mehr als 11000 Flugstunden für die Lufthansa Berlin Stiftung absolvierte. Geflogen wurde die Maschine stets von hauptberuflichen Piloten der Lufthansa, die aber alle zuvor ein eigenes Type Rating für den Spornrad-Oldie mit Sternmotoren absolvieren mussten. Zudem sass zwischen den beiden Piloten genau wie früher ein Flugingenieur, der für die D-AQUI vorgeschrieben war. Lediglich mit zeitgemäßer Satellitennavigation und einer moderneren Avionik wurde die D-AQUI aufgewertet. Sie hatte auch keine originalen BMW-Motoren mehr, sondern einfacher zu wartende und gebräuchlichere Pratt&Whitney-Sternmotoren. Dreiblattpropeller machten die Triebwerke etwas leiser, dennoch wurde sie überall am charakteristischen Fluggeräusch erkannt.

Allerdings hatte die “D-AQUI” – gebaut 1936 bei den Junkers Werken in Dessau ­– auch früher schon bewegte Zeiten und mehrere Wiedergeburten erlebt. Anfangs als Wasserflugzeug auf Schwimmern bei der damaligen Luft Hansa eingesetzt, ging die Ju schon nach zwei Monaten Einsatz nach Norwegen zur dortigen Fluggesellschaft DNL. 1940 dann die Rückkehr zur Luft Hansa, um nach Kriegesende erneut bei der DNL in Skandinavien eingesetzt zu werden. Durch den strapaziösen Einsatz als Frachtflugzeug in der Nordsee wurde es notwendig, den Rumpf der D-AQUI gegen den einer besser erhaltenen Junkers auszutauschen und an diesen dann Flächen und Leitwerksteile des Originals zu montieren.

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